Bitcoin auf höchstem Stand des Jahres

Der Bitcoin, die führende Kryptowährung, kann weiter deutlich zulegen und erreicht das höchste Kursniveau seit Jahresbeginn. Nun rückt sogar wieder die magische Grenze von USD 50.000 in den Fokus. Was aber sind die Gründe für diese Kursanstiege?

Notierte der Bitcoin Anfang März noch bei knapp $ 38.000, konnte der Altcoin alleine in den vergangenen drei Wochen ein Kursplus von rund 25 % verzeichnen und zu Wochenbeginn die Marke von $ 48.000 kurzfristig überschreiten.

Die Kursanstiege betreffen jedoch nicht nur den BTC, auch andere Kryptowährungen können deutlich zulegen. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung Ether erreichte mit etwas über $ 3.300 ebenfalls den höchsten Stand seit Mitte Januar.

Insgesamt scheint trotz des anhaltenden Krieges so etwas wie Zweckoptimismus an den Märkten zu herrschen, das Phänomen der Kursanstiege seit Mitte März betrifft nämlich nicht nur Kryptowährungen, auch der breitere Aktienmarkt konnte nach deutlichen Verlusten zu Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen ebenfalls zweistellig wieder zulegen.

Experten meinen, dass Kryptowährungen vor allem deshalb stärker zulegen, weil diese vermehrt als „Fluchtwährungen“ einerseits für einflussreiche Persönlichkeiten aus Russland dienen, andererseits aber auch die Ankündigung Russlands, Bitcoin neben dem Rubel und Gold ebenfalls als Zahlungsmittel für russisches Gas und Erdöl zu akzeptieren, hier einen Boost verliehen hat. In diesem Zusammenhang sorgten auch Aussagen des russischen Premierministers Mikhail Mishustin für Aufsehen, wonach dieser die Zentralbank des Landes aufgefordert hat, die Chancen und Risiken von Kryptowährungen einer Prüfung zu unterziehen. Mishustin glaubt, dass die Integration von Kryptowährungen wie Bitcoin in das russische Finanzsystem dabei helfen könnte, die aus bekannten Gründen angeschlagene Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen.

In dieselbe Kerbe, wenn auch aus wahrscheinlich anderen Beweggründen, schlägt auch US-Präsident Joe Biden. Dieser veröffentlichte letzten Mittwoch ein sog. „Executive Order“. Diese soll den Kurs der US-amerikanischen Regierung in Bezug auf die schon länger angedachte Regulierung von Kryptowährungen festlegen. Wirklich konkret sind jedoch noch keine Maßnahmen. Es handelt sich vielmehr um eine grundlegende Absichtserklärung für ein möglichst einheitliches Vorgehen der amerikanischen Behörden; gleichzeitig wird darin das Spannungsfeld skizziert, in dem sich diese befinden. Genannt werden Finanzmarktstabilität genauso wie der Kamp gegen Geldwäsche und illegale Aktivitäten, aber auch der Schutz von Konsumenten und Anlegern. Auch die Möglichkeit einer staatlichen, von der US-Fed gestützten digitalen Währung namens CBDC soll weiter untersucht werden. Insgesamt soll von den Behörden ein „konstruktiver Ansatz“ gesucht werden, dementsprechend positiv wurde dieser Executive Order auch vom Markt aufgenommen.

Die Technologie, die hinter Bitcoin steht, soll indes in Zukunft auch für den weltweiten Goldhandel eingesetzt werden. Das berichtet das Handelsblatt (https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/edelmetalle-goldbranche-arbeitet-an-digitalem-transaktionsregister-nach-dem-vorbild-des-bitcoins/28207468.html) unter Berufung auf die Branchenverbände World Gold Council (WGC) und London Bullion Market Association (LBMA). Diese beiden Verbände haben in Kooperation mit Händlern, Raffinerien und Goldminen offensichtlich ein Pilotprojekt gestartet mit dem Ziel, die Herkunft von Goldbaren sowie den vollständigen Transaktionsverlauf beim Handel mit diesen in Hinkunft digital zu erfassen. Basieren soll eine solche öffentlich einsehbare Historie aller Transaktionen auf der Distributed-Ledger-Technologie, also der genau gleichen Technologie, der auch der Bitcoin zugrunde liegt. Es zeigt sich also, dass die Blockchain bzw. die dahinter liegenden Technologien mehr und mehr Bereiche der Wirtschaft und der Rohstoffmärkte auch abseits von Kryptowährungen durchdringt und sich langsam das Potenzial entfaltet, das ihr schon seit längerem zugesprochen wird.

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf alternative Kryptowährungen abseits von Bitcoin und Ether und deren Entwicklung. Dabei fällt besonders die Entwicklung von Cardano auf. Dieses Projekt ist auf die sog. Cardano Foundation zurückzuführen, die ihren Sitz Zug in der Schweiz hat. Das Ziel von Cardano ist es dabei, aktuelle bekannte Probleme bisheriger Kryptos bzw. Blockchainwährungen zu erforschen und am Ende zu lösen. Die hauseigene Kryptowährung heißt dabei „ADA“. Cardano gehört nach Marktkapitalisierung auf alle Fälle zu den weltweit größten Kryptowährungen. Doch wie sieht die Kursentwicklung von ADA aus? Der Höchststand der Coin betrug am 1. August letzten Jahres $ 2,7725, seitdem ging es jedoch mit kurzen Ausbrüchen nach oben permanent in Richtung Süden. Am 11. März 22 scheint sich ein Boden bei $ 0,79 gebildet zu haben, das heißt, die Kryptowährung hat bis dahin satte 71 % gegenüber dem Höchstkurs verloren. Im Zuge der allgemeinen Kurssteigerungen bei Kryptos konnte ADA jedoch seitdem um gleich 55 % zulegen und steht aktuell bei $ 1,2230. Es zeigt sich auf alle Fälle, dass es bei Kryptowährungen nach wie vor eine Achterbahn der Gefühle in alle Richtungen gibt und dass diese nichts für schwache Nerven sind.

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Author: Bio Karl Schultz