Bitcoin-Kurs bleibt bei knapp $ 40.000 – was kommt als Nächstes?

Die Kryptomärkte setzten am Freitag ihre Talfahrt fort, während der Bitcoin in den europäischen Handelsstunden knapp über der wichtigen Unterstützung bei $ 40.000 blieb.

Bitcoin (BTC) prallte am frühen Freitag an der Marke von $ 40.100 ab, nachdem er am Donnerstag 2,9 % nachgab.

Bitcoin wird in der Nähe der Unterstützungsmarke von $ 40.000 gehandelt, die durch die Tiefststände der ersten drei Monate des Jahres verläuft. Die aktuelle Kursentwicklung wird jedoch von einigen Tradern mit Sorge gesehen. Experten denken, dass es bei einem Durchbruch dieser Unterstützung zu weiteren Kursverlusten Richtung $ 38.000 kommen könnte.

Der „Crypto Fear and Greed Index“ (siehe https://www.coindesk.com/learn/the-crypto-fear-and-greed-index-explained/) ist ein beliebter Stimmungsindikator, der auf der Website Alternative.me gehostet wird. Dieser Index zeigte mit einem Wert von 22 am Freitag „extreme Angst“ unter den Krypto-Investoren an. Zum Vergleich – vorige Woche lag dieser Index noch mit einem Wert von 37 und zeigte „Angst“ an.

Der Index generiert eine einzige Zahl zwischen 1 und 100, wobei 1 anzeigt, dass sich der Kryptomarkt in einem Zustand extremster Angst befindet (was bedeutet, dass die Leute verkaufen), während am anderen Ende des Spektrums die 100 liegt, die bedeutet, dass der Markt ein extremes Maß an Gier erlebt (was heißt, dass die Leute kaufen).

Analysten meinen, dass Bitcoin in den kommenden Monaten weitere unruhige Kursbewegungen erleben könnte.

Ungeachtet dessen gibt es immer wieder auch Finanzexperten, die fest daran glauben, dass Kurse jenseits der $ 100.000 durchaus realistisch und wahrscheinlich sind. Dazu gehört unter anderem Mark Yusko, ein Pionier der Kryptobranche und Gründer der Krypto-Vermögensverwaltung Morgan Creek Capital, der diesbezügliche Prognosen im Rahmen eines Interviews mit einem Wirtschaftsredakteur von Cointelegraph machte.

Yusko meinte, dass aufgrund der extrem hohen Inflation immer mehr Leute auf Kryptowährungen bzw. den Bitcoin umsteigen würden, da alle sonstigen Finanzinvestitionen entweder zu wenig Ertrag einbringen würden oder zu riskant wären. Er betonte, dass seiner Meinung nach die zukünftige Kursentwicklung langsamer als in den rasanten letzten Jahren zulegen würde, mit entsprechender Geduld aber „sehr wahrscheinlich“ in absehbarer Zukunft die magische Marke von $ 100.000 überschritten werden wird.

Doch was tut sich sonst im Umfeld der Kryptowährungen? Werfen wir einen kurzen Blick auf die Entwicklung der NFTs in diesem Jahr. Nansen, eine Blockchain-Analyseplattform, hat in dieser Woche ihren NFT-Bericht für das 1. Quartal dieses Jahres präsentiert.

In diesem Bericht zeigt sich, dass sich der Markt für NFTs  nach wie vor sehr gut entwickelt und dabei sogar eine bessere Performance zeigt als der Markt der Kryptowährungen und sogar besser als Aktien.

So schlagen dem Report zufolge NFTs den gesamten Kryptomarkt im 1. Quartal deutlich um 103,7 %, und die Token können auch im direkten Vergleich stärker reüssieren. Der NFT-500 ist ein Benchmark-Index, welcher die Marktbewegungen und Aktivitäten von 500 wichtigen NFT-Kollektionen abbildet. Dieser Index zeigte bis zum 31.3. eine Wertsteigerung von 49,9 %, während die führende Kryptowährungen Bitcoin im selben Zeitraum nur 1,9 % zulegen kann. Und Ether, die zweitwichtigste Kryptowährung verzeichnete in den ersten 3 Monaten dieses Jahres gar ein Minus von 7,9 %.

Während sich NFTs insgesamt also sehr gut entwickeln, war ein potenzieller Verkäufer eines NFTs diese Woche weniger erfolgreich. Dabei handelt es sich um den Unternehmer Sina Estavi. Dieser hatte erst im März letzten Jahres für ca. $ 2,9 Mio. ein NFT ersteigert, der sich auf den allerersten Tweet von Twitter-Gründer Jack Dorsey bezieht. Der Inhalt dieses Tweets: „just setting up my twttr”. Der Erlös aus dieser Aktion wurde damals für karitative Zwecke gespendet.

So weit, so gut. Nun, ein Jahr später, wollte Estavi sein NFT mit entsprechendem Gewinn weiterverkaufen. Estavi stellte das NFT auf der NFT-Plattform OpenSea ein und erwartete sich einen Erlös von $ 48 Mio., davon wollte er mindestens $ 25 Mio. spenden.

Leider geriet das gesamte Vorhaben jedoch zu einem veritablen Debakel. Kurs vor Ablauf der offiziellen Frist für die Auktion diesen Mittwoch stand das höchste Gebot gerade einmal bei $ 277, inzwischen liegt das Höchstgebot immerhin schon bei ca. $ 10.000 – zum Kaufpreis vorigen Jahres fehlt also doch noch einiges…

Estavi nahm das Ganze jedoch relativ locker und meinte, dass er unter Umständen sein NFT auch gar nicht verkaufen würde, wenn kein entsprechendes Gebot einginge. Im Übrigen ist er immer noch der Ansicht, dass es sich bei diesem NFT um so etwas wie „Mona Liste der Digitalwelt“ handle und er sich seinen Käufer sehr genau aussuchen werde.

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Author: Bio Karl Schultz