BTC-Kurs weiter im Zick-Zack, Musk kauft Twitter für $ 46,5 Mrd.

Bitcoin, die nach Marktkapitalisierung mit Abstand wichtigste Kryptowährung, fiel noch am Montag zeitweise auf unter $ 38.500, was den tiefsten Stand seit ca. 6 Wochen bedeutete. Ebenfalls deutliche Verluste gab es bei Kryptos aus der zweiten und dritten Reihe, wie zum Beispiel Ether. Experten sehen in der Zinsentwicklung über dem Atlantik eine der Hauptursachen für die jüngsten Kursabschläge.

In der Zwischenzeit konnte sich der BTC jedoch bereits wieder erholen und wird aktuell bei ca. $ 40.500 gehandelt, was im Wesentlichen dem Kurs vom letzten Freitag entspricht. Der BTC „pendelt“ also weiterhin zwischen der wichtigen Unterstützungsmarke von $ 37.500 und dem hartnäckigen Widerstand bei ca. $ 43.500 hin und her. Erst ein Durchbruch nach oben oder nach unten könnte die Kursrichtung der nächsten Zeit deutlich beschleunigen.

Allgemein Sorgen bereiten indes die Aussagen des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell. Dieser hatte letzten Donnerstag erneut gemeint, dass es zu raschen Zinserhöhungen schon im Mai kommen könnte, eine Aussage, die vor dem Wochenende prompt auch bei Aktienwerten für deutliche Kursabschläge sorgte. Dazu kommt, dass auch die Europäische Zentralbank EZB Zinserhöhungen ins Auge fasst und diskutiert, ob und wann es zu solchen kommen soll. Nicht wenige Notenbankgouverneure glauben dran, dass ab Juli auch in Europa an der Zinsschraube gedreht werden könnte, was Ängste im Hinblick auf die Geldpolitik auch hierzulande schüren würde.

Bekanntermaßen wurden die Märkte nach Ausbruch der COVID-19 Pandemie ab Anfang 2020 massiv mit liquiden Mitteln geflutet, um die Wirtschaft so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Da nun die Inflation ein Ausmaß erreicht hat, welches die EZB so nicht mehr tolerieren möchte, werden die erwähnten Zinserhöhungen zur Bekämpfung derselben ins Auge gefasst.

Das bedeutet wiederum für riskantere Vermögenswerte zum Teil ein Abfließen von Investitionen in Assets, die aufgrund der höheren Zinsen nun wieder an Attraktivität gewinnen, wie zum Beispiel US-Bonds.

Für Schlagzeilen sorgte auch wieder einmal Elon Musk, der reichste Mensch der Welt. Dieser hat nun nach anfänglichem Zögern doch das OK des Verwaltungsrats von Twitter erhalten, die Plattform um $ 46,5 Milliarden kaufen zu dürfen. Sollten genug Aktionäre das Angebot von Musk, der für eine Aktie $ 54,20 bezahlen will, annehmen, so dürfte einer Übernahme nichts im Weg stehen. Der Aktienkurs von Twitter reagierte auch gleich entsprechend und stieg nach der Verlautbarung der Übernahme um 6 %.

Doch was plant Musk mit Twitter überhaupt? Geht es nach dem exzentrischen Multimilliardär, so soll Twitter in Zukunft als „globale Plattform für Redefreiheit“ dienen. Aus diesem Grund plant Musk ein Delisting von Twitter von der Börse, nur so sei wahre Redefreiheit auch wirklich möglich, und Twitter sei wichtig für die Demokratie sowie minimiere Risiken für die Zivilisation. Außerdem meinte Musk – natürlich in einem Tweet – wörtlich: „ I hope that even my worst critics remain on Twitter, because that is what free speech means.”, für ihn ist also wichtig, dass auch seine wichtigsten Kritiker auf Twitter bleiben und weiterhin ihre Meinung kundtun.

Nach der Bekanntgabe seiner Pläne versprach Musk unter anderem, dass er „Spam-Bots besiegen und alle Nutzer authentifizieren“ möchte. In Bezug auf den Software-Algorithmus – den Musk in der Vergangenheit immer wieder auch heftig kritisierte – sagte Musk, dass dieser transparent bzw. öffentlich gemacht werden sollte. Dieser Algorithmus, der für einen jeweiligen Benutzer jeweils potenziell interessante Tweets vorschlägt, war bis jetzt das größte Geschäftsgeheimnis von Twitter.

Musk, der bisher schon 9 % an Twitter hielt, hat auf der Plattform selbst über 83 Millionen Follower und gehört zu den prominentesten Benutzern. Allerdings brachte ihm das in der Vergangenheit nicht nur Vorteile; verwirrende Beiträge zu Tesla führten dazu, dass Musk keine Nachrichten mehr selbst verfassen darf, welche den Kurs der Tesla-Aktie entsprechend beeinflussen könnten; dies wurde sogar im Rahmen eine Gerichtsurteils festgehalten.

Indes sorgt dieser Deal nicht nur für Begeisterung. Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren – im Übrigen auch eine Befürworterin einer möglichst starken Regulierung von Bitcoin bzw. Kryptowährungen – meinte, dass dieser Deal gefährlich für die US-amerikanische Demokratie sei. Auch die American Civil Liberties Union, eine Bürgerrechtsorganisation zeigte sich besorgt darüber, dass „so viel Macht in die Hand einer Person gelegt würde.“ Und selbst aus dem Umfeld des Weißen Hauses bzw. von Joe Biden wurden Befürchtungen laut, dass Donald Trump, der von der Plattform Anfang Januar 2021 nach dem Sturm auf das Kapitol verbannt wurde, vor den anstehenden Wahlen in diesem Herbst zum Kongress und dann bei der Wahl zum US-Präsidenten 2024 wieder bei Musks Twitter auftauchen könnte.

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Author: Bio Karl Schultz