Ein Jahr nach dem Allzeithoch – wie sieht es bei den Kryptowährungen aus?

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Vor ziemlich genau 1 Jahr konnten die führenden Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum alle neue Allzeithochs vermelden. Aber wie sieht es jetzt, 365 Tage später, aus? Wir geben einen kurzen Überblick über die Geschehnisse der letzten 12 Monate und wie sich die Kurse und die Marktkapitalisierung entwickelt haben.

Erinnern Sie sich noch an den Höchststand des Bitcoin letztes Jahr am 10. November? Damals erreichte die führende Kryptowährungen das Allzeithoch bei USD 68.790, das seitdem nie wieder erreicht wurde.

Im Gegenteil – der Verlust innerhalb eines Jahres beträgt über 77 %, aktuell steht BTC bei USD 15.727 (Stand 22.11.22). Auch Ethereum, die gemäß Marktkapitalisierung klare Nummer 2 im Kryptomarkt, musste nach dem Allzeithoch vom 16. November 2021 (Kurs damals: USD 4.892) deutlich Federn lassen und steht derzeit bei USD 1.085 – was ebenfalls einen Verlust von mehr als 77 % bedeutet.

Konnte sich die Krypto-Branche vor einem Jahr noch über eine Bewertung von über USD 3 Billionen freuen, liegt diese aktuell nur noch bei USD 780,80 Milliarden, also fast 74 % darunter (Quelle: CoinMarketCap, Stand 22.11.22).

Seitdem ging es für die meisten Coins nur noch in eine Richtung, nämlich nach unten. Viele Experten riefen den „Krypto-Winter“ aus, nicht wenige sahen in den fallenden Kursen jedoch auch die Chance einer Konsolidierung der Branche, also dass sich die Spreu vom Weizen trennen und diejenigen Kryptowährungen, die übrig bleiben, deutlich stärker präsentieren könnten.

Von einer solchen Stärkung der Branchengiganten Bitcoin oder Ethereum ist aber derzeit (noch) nichts zu sehen, vielmehr sorgten eine Reihe von Hiobsbotschaften in den vergangenen Monaten immer wieder für starke Kurseinbrüche.

Im Mai kam es zum Sturz des Stablecoins Terra/LUNA, der an sich eine Kopplung an den USD anstrebte, diese aber nicht halten konnte. Der Effekt war eine 1. Welle von Panikverkäufen, und unzählige Investoren wandten sich von Anlagen in Kryptos ab. In weiterer Folge mussten auch in der Branche bekannte Namen wie der Krypto-Lending-Service Celsius ihre Aktivitäten einstellen. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und damit verbunden eine hohe Inflation in vielen Industrieländern taten das übrige und sorgten für eine weitere Abkehr der Anleger von Kryptowährungen.

Vorläufig letzter negativer Höhepunkt war dann schließlich die Pleite der zweitgrößten Krypto-Börse FTX, nachdem eine Rettung durch Binance in letzter Minute wegen Ungereimtheiten in der Finanzgebarung abgeblasen wurde. Sam Bankman-Fried, der Gründer von FTX und ohne Zweifel einer der (ehemaligen?) Stars der Kryptowelt, musste als CEO zurücktreten.

Indes gibt es auch Gerüchte, dass es zu weiteren Insolvenzen namhafter Unternehmen in der Krypto-Branche kommen könnte, so berichtet „Der Spiegel“ heute, am 22.11.22, davon, dass auch der Krypto-Broker und -Händler Genesis in Schwierigkeiten stecke und eine Pleite drohen könnte, was vom betroffenen Unternehmen jedoch bestritten wird.

Fakt ist, dass die enormen Kursverluste der Kryptowährungen in diesem Jahr bisher eine Vielzahl von Schwachstellen innerhalb der Krypto-Branche aufzeigen und dass daran gearbeitet werden muss, diese zu beseitigen. Große Insolvenzen wie jene von FTX und die damit verbundenen Verluste der Investoren zeigen offensichtlich, welche Auswirkungen eine fehlende Regulierung für den Schutz der Anleger heißt.

Aus diesem Grund ist es auch nicht überraschend, dass immer mehr führende Politiker nach einer Regulierung des Kryptosektors rufen. So forderten im Rahmen des G-20-Gipfels, der letzte Woche auf Bali in Indonesien stattfand, die Staatsoberhäupter der weltweit größten Industrienationen eine solche globale Regulierung des gesamten Krypto-Marktes. US-Präsident Joe Biden veröffentliche nach dem Gipfel ein gemeinsames „G-20 Bali Leaders Declaration“, in der eine „Stärkung der Regulatorik“ sowie die zeitgleiche Nutzung von „Vorzügen der Innovation“ als unerlässlich beschrieben werden.

Fazit

Konnte die Kryptobranche vor fast genau 1 Jahr noch über neue Höchststände und eine Marktkapitalisierung von über $ 3 Billionen jubeln, kam es seitdem zu umfassenden Verwerfungen, die zur Folge hatten, dass die meisten führenden Kryptowährungen Kurseinbrüche jenseits der 70 % hinnehmen mussten.

Ob sich die Kurse jemals wieder in Richtung dieser Allzeithochs bewegen werden, kann aktuell niemand seriös und mit Sicherheit sagen. Es zeigt sich jedoch, dass eine Regulierung der Branche wahrscheinlich unerlässlich sein wird, um das Vertrauen der Verbraucher und Investoren wieder herzustellen; nur dann scheint es möglich, dass Anleger wieder an die Zukunft der Kryptowährungen glauben.

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