FTX-Schock zeigt deutliche Nachwirkungen – hält das Vertrauen in die Krypto-Börsen?

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FTX-Schock wirkt deutlich nach – ist das Vertrauen in Krypto-Börsen dahin? Bitcoin im Wert von mehr als 3 Milliarden US-Dollar von Börsen abgezogen. Außerdem: Ist Crypto.com die nächste Plattform, die in Schwierigkeiten geraten könnte? Plus: Krypto-Börsen gehen in die Offensive

Die Nachwirkungen der derzeitigen Turbulenzen im Kryptowährungsmarkt, welche schlussendlich in der Insolvenz der Krypto-Börse FTX kulminierten, sind deutlich zu spüren.

So sind offensichtlich Anleger in Kryptowährungen deutlich besorgter, was die Sicherheit ihres Geldes bei den großen Kryptobörsen betrifft. Diese bieten häufig sogar umsonst die Aufbewahrung der dort erworbenen Krypto-Assets in sog. „Custodial Wallets“ an – was unter Umständen zur Folge haben kann, dass bei Problemen der Börse die Kunden nicht mehr auf ihre Bestände zugreifen können, so geschehen im aktuellen Fall von FTX.

Experten raten daher verstärkt dazu, die Kontrolle über die eigenen Assets wieder selbst zu übernehmen und sich für Hot oder Cold Wallets außerhalb der Börsen zu entscheiden. Diesem Rat scheinen die Hodler und Trader gleichermaßen auch nachzukommen, und aus diesem Grund ziehen Anleger so viel Geld von den Krypto-Börsen ab wie seit April letzten Jahres nicht mehr.

So meldete das On-Chain-Analyseunternehmen Glassnode, dass alleine am 9. November fast 90.000 Bitcoin von Börsenadressen erhalten hätten, und in den letzten Tagen wurden offensichtlich Bitcoin im Wert von fast 3 Milliarden US-Dollar abgehoben.

Könnte Crypto.com ebenfalls in Schwierigkeiten geraten?

Wie wir bereits berichteten, befürchten manche Experten, dass es bei den Krypto-Börsen nach der Insolvenz von FTX zu einem Dominoeffekt kommen könnte, und diese Woche ist nun auch die bekannte Börse Crypto.com in die Schlagzeilen geraten.

Zwar haben große Börsen wie Binance und auch Crypto.com als Reaktion auf den Crash von FTX angekündigt, ihre Rücklagen schonungslos offenlegen und für vollständige Transparenz sorgen zu wollen, allerdings gibt es laut dem bekannten Portal Lookonchain Klärungsbedarf vor allem bei Crypto.com.

So verfüge Crypto.com über Vermögenswerte mit einer Bewertung von rund $ 2,7 Mrd; lt. Lookonchain (einem Blockchain-Analyseunternehmen) machen 20 % davon Shiba-Inu-Token im Wert von $ 531 Mio. aus, was hinter Bitcoin ($ 857 Mio.) die größte Position noch vor Ether ($ 446 Mio.) sei. Dazu würden hauseigene CRO-Token im Wert von knapp $ 80 Mio. kommen. Hier ist anzumerken, dass Shiba Inu ein „Meme-Token“ mit geringer Liquidität ist, was bedeutet, dass insgesamt 40 % der Reserven von Crypto.com aus solchen „Low Liquidity Assets“ bestehen.

Außerdem wird das Timing der Transaktion von Stablecoins im Wert von $ 260 Mio. von anderen Börsen wie Binance zu Crypto.com kurz vor der Ankündigung der Offenlegung der Reserven als „äußerst seltsam“ kommentiert; gerüchtehalber soll das passiert sein, um die eigenen Rücklagen besser dastehen zu lassen.

Für Stirnrunzeln sorgte darüber hinaus die Meldung, wonach Crypto.com bereits am 21.10. Ether im Wert von umgerechnet gleich $ 400 Mio. an die konkurrierende Tradingplattform Gate.io geschickt habe. Laut Crypto.com-CEO Kris Marszalek handelte es sich dabei um ein „Versehen“ und hätten die 320.000 Ether (80 % der gesamten ETH-Reserven von Crypto.com) eigentlich an eine neue Cold-Storage-Adresse verschoben werden sollen.

Alles in allem scheinen die Anleger die neuen Nachrichten über Crypto.com besorgt aufzunehmen und es mehren sich Berichte, wonach die Zahl der Kunden, die ihre Vermögenswerte von der Plattform abziehen wollen, deutlich angestiegen sei.

Krypto-Börsen sind um Transparenz bemüht

Unterdessen bemühen sich einige andere wichtige Krypto-Börsen, das Vertrauen ihrer Kunden möglichst zu halten bzw. zurückzugewinnen und entscheiden sich proaktiv für eine Offenlegung ihrer Bestände.

So haben dies mit Kraken, Coinbase und Gate.io auf Blockchaincenter.net bereits 3 große Börsen getan und sind bestätigt, weitere Plattformen sollen folgen. Auch andere Börsen wie Crypto.com oder Binance haben zwischenzeitlich ihre Rücklagen öffentlich gemacht, wobei vollständige Berichte bzw. Audits noch fehlen.

Andere Anbieter wie zum Beispiel Bitpanda hingegen schreiben dieser Tage ihre Kundinnen und Kunden an und erklären ihre Herangehensweise und versuchen zu erläutern, warum Krypto-Assets dort sicher aufgehoben sind. Dabei wird auf verschiedene europäische Regulierungen und Lizenzen verwiesen, genauso wie auf die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen und -ebenen oder die Konformität mit europäischen Investmentrichtlinien.

Ob alle diese Maßnahmen reichen, wieder etwas mehr Ruhe in den Kryptomarkt zu bringen, das Vertrauen in die Krypto-Börsen wieder herzustellen und die Anleger zu beruhigen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Risikohinweis

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