Kurs von Bitcoin zeigt weiterhin keine klare Richtung

Der Kurs von Bitcoin (BTC) zeigt weiterhin keine klare Richtung nach oben oder unten und bewegt sich innerhalb einer gewissen Spanne zwischen $ 38.000 und $ 41.000 weiterhin seitwärts.

Versuche der Investoren in Bitcoin, den Kurs klar in eine Richtung zu bringen und somit die derzeit anhaltende Seitwärtsphase zu beenden, sind weiterhin nicht von Erfolg gekrönt. Die Unentschlossenheit rührt wohl auch daher, dass sich in Bezug auf die anhaltende Krise in der Ukraine keine klare Richtung abzeichnet. Dazu kommt, dass auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank FED am Mittwoch zwar für einen leichten Aufwärtstrend gesorgt, nicht jedoch zu einem nachhaltigen Ausbruch nach oben geführt hat.

Dabei war die Entscheidung der Fed letzten Mittwoch durchaus beachtlich. Die US-Notenbank gab bekannt, die Zinsen das erste Mal seit mehr als drei Jahren wieder zu erhöhen. Ziel ist es dabei, der außerordentlich hohen aktuellen Inflation entgegen zu wirken, ohne jedoch dabei das Wirtschaftswachstum zu gefährden.

Die Fed hielt seit dem Ausbruch von Covid-19 die Leitzinsen bei nahe Null, nun wurde jedoch eine Erhöhung um 0,25 % beschlossen. Der Leitzins bewegt sich daher ab sofort in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 %. Infolgedessen werden wohl auch die Zinsen für die Vergabe von Krediten erhöhen müssen, wodurch sich das Wirtschaftswachstum insgesamt etwas verringern könnte.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der zuständige Ausschuss (FOMC) auch für die noch kommenden Sitzungen in diesem Jahr weitere Anhebungen in Aussicht gestellt hat. Die Zinsen sollen so schrittweise bis zum Ende des Jahres auf knapp 2 % erhöht werden. In dieser Tonart soll es auch 2023 weitergehen. Es handelt sich also definitiv um eine klare Kehrtwende der Fed in Sachen Zinspolitik.

Doch zurück zu Bitcoin, wie wird es hier weitergehen? Die Meinungen diesbezüglich scheinen meilenweit auseinander zu liegen. Manche gehen von einer weiteren Seitwärtsphase aus, die in einem deutlichen Absturz auf bis zu $ 30.000 gipfelt, andere wiederum meinen, dass bei einem Ausbruch über die Marke von $ 42.000 dann das nächste kurzfristige Kursziel bei knapp $ 50.000 liegen würde. Die aktuelle Seitwärtsphase sein eine Phase der Konsolidierung, wie man sie ansonsten nur nach gröberen Abstürzen erlebe, somit also ein gutes Zeichen für einen weiteren Anstieg der beliebtesten Kryptowährung.

Gleich bei knapp $ 500.000 innerhalb der nächsten Jahre sieht der Milliardär Mike Novogratz den Bitcoin, wie er im Rahmen eines Interviews für Bloomberg (https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-03-15/novogratz-says-bitcoin-won-t-rally-aggressively-as-fed-hikes) bekräftigte. Gleichzeitig geht er allerdings davon aus, dass sich der Kurs in diesem Jahr weiterhin zwischen $ 30.000 und $ 50.000 bewegen werde.

Interessant für die weitere Entwicklung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen wird sicherlich die Frage, wie sich BTC im gesamtwirtschaftlichen Umfeld verhält. Aktuell stehen die Zeichen für die Wirtschaft in den größten bzw. wichtigsten Volkswirtschaft eher auf Sturm. Für Unsicherheit sorgt nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine, dazu kommen Lieferengpässe, die daher rühren, dass China aufgrund steigender Corona-Fälle immer mehr Städte dicht macht bzw. in den Lockdown schickt. Die hohe Inflation bremst darüber hinaus die Laune der Konsumenten, mehr Geld auszugeben. Normalerweise drehen die Notenbanken in so einem Szenario – d.h. im Falle einer drohenden Rezession – an der Zinsschraube und reduzieren die Zinsen. Dies ist aufgrund des Niveaus der Zinsen nahe Null jedoch nicht möglich bzw. werden die Zinsen sogar zum Teil wieder erhöht, wie oben beschrieben. Daher stellt sich die Frage, ob sich Kryptowährungen bzw. Bitcoin von der allgemeinen Entwicklung der Märkte abkoppeln kann, ähnlich wie das bei Gold in den 1970er-Jahren der Fall war.

Apropos Ukraine: Dort ist der Kryptowährungssektor seit diesen Mittwoch offiziell legal. Der neue Status kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land Millionen von Dollar in Kryptowährungsspenden ausgegeben hat, um Vorräte zu kaufen, um sich während der russischen Invasion zu verteidigen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete vorgestern ein Gesetz über virtuelle Vermögenswerte, das im September 2021 vom Parlament verabschiedet worden war. Die Nationalbank der Ukraine und die Nationale Provision für Wertpapiere und den Aktienmarkt werden regulatorische Aufgaben wie die Lizenzierung von Anbietern digitaler Vermögenswerte überwachen. Die Legalisierung kommt zu einer Zeit, in der Kryptowährungsspenden an die ukrainische Regierung und damit verbundene Einrichtungen fließen, um die ehemalige Sowjetrepublik in Zeiten des Krieges mit Russland zu unterstützen. Spannend bleibt in diesem Zusammenhang, ob auch andere Länder dem Beispiel der Ukraine folgen und Kryptowährungen einem regulatorischen Rahmen unterwerfen. Vor allem interessant wird, wie die USA und die EU in dieser Hinsicht vorgehen werden.