So entlarven Sie betrügerische Trading-Roboter und -Websites

Kryptowährungen sind ohne Zweifel derzeit in aller Munde, und viele Anleger überlegen, aufgrund der aktuell geringeren Kurse nun zum ersten Mal einzusteigen. Allerdings gibt es neben seriösen Anbietern auch solche, die nichts Gutes im Schilde führen, und sehr viele Neulinge machen dabei eine betrügerische Trading-Roboter-Erfahrung.

An sich soll ein Trading-Roboter den Anlegern bzw. Investoren helfen und diese unterstützen, eine gute Tradingentscheidung zu treffen. Leider gibt es jedoch nicht wenige schwarze Schafe, die die Ahnungslosigkeit vor allem von Anfängern schamlos ausnutzen und diese in die Irre führen.

Nicht selten wird Anlegern das Blaue vom Himmel versprochen, es ist aber klar, dass es keine 100%ige Erfolgsgarantie beim Trading geben kann. Wird von einem Anbieter nicht auch darauf hingewiesen, dass neben Gewinnen auch Verlust jederzeit möglich sind, sollte dies als ein erstes Warnsignal gesehen werden.

Wir möchten Ihnen jedoch mit diesem Artikel noch weitere Stolpersteine zeigen bzw. Ihnen Hinweise darauf geben, wie Sie einen betrügerischen Trading-Roboter erkennen und vermeiden können, in die Falle zu tappen.

Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie betrügerische Trading-Bots leicht erkennen und sich so eine Menge Geld und Ärger ersparen können!

Gefälschte Websites (Fake-Seiten)

Was leider von Anbietern von betrügerischen Trading-Bots immer wieder als Technik genutzt wird, ist die Erstellung von gefälschten Websites. Sehr häufig werden diese extra von Grund auf neu erstellt, um einen vermeintlich erfolgreichen Trading-Bot vorzustellen. In manchen Fällen übernehmen die Anbieter aber auch schamlos das Design und die Elemente von bekannten Krypto-Websites, um bewusst oft ahnungslose Opfer anzulocken.

Aufgrund der Ähnlichkeit mit bestehenden und bekannten Websites ist es oft äußerst schwierig, die Unterschiede zwischen der Fake-Seite und dem seriösen Anbieter zu erkennen. Daher ist es unerlässlich, dass Sie auf kleine Details achten und überprüfen, ob die Dinge tatsächlich so sind, wie es angegeben ist.

Achten Sie vor allem darauf, ob es die vorgeschriebenen Elemente auf der Homepage gibt wie ein Impressum (mit genauer Adresse und Telefonnummer!), eine Datenschutzrichtlinie und umfassende allgemeine Geschäftsbedingungen. Bei Fake-Seiten fehlen sehr häufig diese Details bzw. werden diese oft weggelassen, um zu verschleiern, wer tatsächlich hinter der Seite steckt bzw. wer diese erstellt hat und wo der Firmensitz des Unternehmens überhaupt ist. Ein seriöser Anbieter hat nichts zu verbergen und im Normalfall ein Büro, das man zu den Geschäftszeiten, also werktags von Montag bis Freitag, jederzeit erreichen können sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine Regulierung – überprüfen Sie, ob und wo der Anbieter reguliert ist. Auch diese Information sollte auf der Website klar und deutlich angegeben sein. Wenn ein Unternehmen beispielsweise bei der CySEC registriert ist, können Sie auf der Homepage dieser zyprischen Aufsichtsbehörde leicht feststellen, ob die angegebene Registrierungsnummer echt ist und wer dahinter steckt. Gibt es keine Regulierung, sollten bei Ihnen die Alarmglocken schrillen, da eine solche Regulierung nicht nur dem Schutz des Anbieters, sondern auch Ihrer Daten und Ihres Geldes dient.

Ein weiteres Kriterium, auf das Sie achten sollten: Ist die Website, die Sie besuchen, auch ausreichend verschlüsselt bzw. gesichert? Heutzutage ist das so gut wie für alle Websites, die sich mit Investitionen oder Finanzen befasst, absoluter Standard, dass eine SSL-Verschlüsselung für die Übermittlung von Daten verwendet wird, damit Hacker keine Chance haben, in das System einzudringen. Eine Verschlüsselung erkennen Sie, wenn Sie die Adressleiste Ihres Browsers betrachten; bei einem korrekten SSL-Zertifikat sehen Sie im Normalfall oben links neben der URL das Symbol eines geschlossenen Vorhängeschlosses.

Allerdings ist das nicht das einzige Kriterium, da auch immer mehr Anbieter von betrügerischen Trading-Robotern wissen, dass die Verbraucher darauf achten und daher auch ihre Fake-Seiten so absichern. Achten Sie daher unbedingt auf die anderen in diesem Artikel erwähnten Kriterien!

Ein weiteres Indiz, auf das Sie achten sollten: Welche Daten werden von einer Website von Ihnen verlangt? In der Regel wird ein seriöser Anbieter eines Trading-Bots nur die absolut notwendigen Informationen von Ihnen abfragen. Werden Sie aufgefordert, zum Beispiel Passwörter Ihrer Bankkontos oder von Krypto-Wallets anzugeben, sollten Sie das sofort als rotes Tuch sehen! Haben die Scammer einmal Ihre Zugangsdaten, wäre es ein Leichtes für sie, Ihre Konten abzuräumen. Das Gleiche gilt für die Vergabe von Passwörtern – auf Fake-Websites werden diese häufig vom Anbieter selbst vergeben, ohne dass Sie eine Möglichkeit zur Änderung haben. Auch in diesem Fall haben die Betrüger jederzeit direkten Zugriff auf Ihr Konto, was Sie natürlich nicht wollen.

Gefälschte Empfehlungen von Prominenten

In Zeiten von Social Media haben Sie auf Twitter, Facebook & Co. sicherlich auch schon den Hinweis bekommen, dass der Prominente X oder die Celebrity Y Ihnen dringend empfiehlt, in den Trading-Roboter A oder das Kryptosystem B zu investieren, bevor „die großen Banken diese Lücke schließen“.

Ja, Prominente wie Elon Musk oder Jeff Bezos haben Millionen von Followern in den sozialen Netzwerken, und sämtliche Nachrichten, die sie tatsächlich absetzen, können ganze Märkte bewegen und Kurse beeinflussen. So zuletzt im Mai dieses Jahres, als ein Tweet von Elon Musk, wonach die Übernahme von Twitter vorübergehend auf Eis gelegt wurde, bis Details vorliegen, welche die Berechnung stützen, dass Spam- bzw. Fake-Accounts weniger als 5 % der Benutzer ausmachen. Die Folge dieses einzigen Tweets – die Aktie von Twitter verlor über 22 % an Wert.

Diese Popularität vieler Prominenter nutzen auch viele betrügerische Trading-Roboter bzw. Handelsplattformen auf, indem sie vorgeben, dass einer dieser Celebrities dort investiert ist bzw. das jeweilige System sehr erfolgreich verwendet und unbedingt weiterempfiehlt. Das einzige Ziel solcher Behauptungen ist natürlich, arglose Opfer anzulocken und zu einer Registrierung oder Investition zu verleiten.

Sollten Sie also von der Unterstützung durch eine prominente Person aus einer sekundären Quelle erfahren, die nicht als seriös bekannt ist, ist es wahrscheinlich, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Solche gefälschten Empfehlungen bzw. Nachrichten sind riskant, denn sie könnten Sie dazu verleiten, dass Sie sich auf den Websites der betrügerischen Trading-Bots registrieren. Darüber hinaus könnten diese Fake-Mitteilungen schädliche Links enthalten, die zu einem Datenmissbrauch führen. Überprüfen Sie daher immer zweimal (oder dreimal) die Plausibilität der Unterstützung eines Trading-Bots oder einer Handelsplattform durch einen Prominenten.

Klicken Sie nur auf Links aus seriösen Quellen. Wie erwähnt, nutzen die Betrüger oft Plattformen wie Twitter oder Facebook zur Verbreitung ihrer gefälschten Informationen, ignorieren Sie diese und informieren Sie sich nur bei vertrauenswürdigen Medien.

Unrealistische Versprechungen

Ein weiteres klares Warnsignal, wenn es um betrügerische Trading-Roboter geht, sind unrealistische Versprechungen. Diese versprechen Ihnen in der Regel garantierte Renditen für geringe einmalige Einzahlungen. Allein die Tatsache, dass Traumgewinne versprochen werden, sollte bei Ihnen die Alarmglocken läuten lassen. Aber einige der Renditen, die von diesen betrügerischen Trading-Bots versprochen werden, sind absolut lächerlich, wie zum Beispiel, dass Sie jeden Tag Ihr Geld verdreifachen. Niemand kann wirklich annehmen, dass das möglich ist.

Oft fordern diese betrügerischen Anbieter Sie auf, Geld an einen fremden Ort oder einen seltsamen Broker zu schicken, also fallen Sie nicht darauf herein. Legitime Trading-Bots lassen Ihr Geld auf Ihrem Börsenkonto. Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn so haben Sie jederzeit die Verfügungsgewalt über Ihr Geld.

Sollten Sie also auf einen Roboter stoßen, der Behauptungen aufstellt, die nicht der Wahrheit entsprechen können, handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrug. Es ist bekannt, dass die Manipulation von Menschen mit Schlagwörtern eine sehr effektive Strategie ist.

Wenn Sie immer noch auf der Suche nach mythischen Trading-Robotern sind, die Ihnen Gewinne garantieren, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht sein zu hören, dass die Wahrscheinlichkeit, betrogen zu werden und Ihr gesamtes Geld zu verlieren, sehr hoch ist.

Nutzen Sie immer, wenn Sie eine Versprechung sehen, die zu schön klingt, um wahr zu sein, Ihren gesunden Menschenverstand. Warum sollte ein Anbieter, der den „Heiligen Gral“ der Trading-Roboter entdeckt hat, diesen kostenlos oder für sehr wenig Geld Dritten zur Verfügung stellen und ihn nicht selber als „Gelddruckmaschine“ nutzen?

Fehlende Transparenz

Diesen Punkt haben wir teilweise schon kurz beim Kapitel über betrügerische Websites angesprochen. Betrügerische Trading-Roboter versuchen in der Regel, die Hintermänner zu verschleiern bzw. gibt es keinerlei Hinweise darauf, welches Unternehmen dahinter steckt. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Impressum mit vollständigem Firmennamen, Adresse, Telefonnummer, Handelsregistereintrag, verantwortlichen Personen, E-Mail-Adresse werden Sie in solchen Fällen oft umsonst suchen.

Ein seriöser Trading-Roboter wird Ihnen im Normalfall auch genau das Team vorstellen, das hinter der Entwicklung steht. Wer hatte die Idee für den Trading-Bot, aus welchen Spezialisten besteht das Team, wie lange schon arbeitet das Team zusammen, was ist die Philosophie dahinter – all diese Fragen wird Ihnen ein seriöser Anbieter normalerweise beantworten.

Was in Sachen Transparenz ebenfalls wichtig ist – erhalten Sie überhaupt eine genaue Erklärung, auf welcher Strategie bzw. auf welchen Taktiken ein Trading-Bot basiert? Sie wollen schließlich nicht die berühmte „Katze im Sack“ kaufen, sondern sollten darüber hinaus verstehen, auf welcher Grundlage Trades von einem Trading-Bot eigentlich eröffnet bzw. geschlossen werden. Das ist vor allem auch für Einsteiger sehr wichtig. Nicht selten lässt man sich als Neuling von übermäßigen Versprechungen locken und ist dann überrascht, wie schnell das eingezahlte Geld weg ist, weil der Bot zum Beispiel ein Hochfrequenz-Bot ist, der im Sekundentakt Positionen öffnet und schließt.

Versuchen Sie daher zu verstehen, was hinter dem Trading-Bot steht, nach welchen Kriterien er handelt, wie oft er tradet, welche Positionsgrößen angemessen sind usw.

Phishing-Versuche

Eine Taktik, die von betrügerischen Trading-Robotern bzw. Websites ebenfalls häufig angewendet wird, sind sog. Phishing-Versuche. Bei einem Phishing-Versuch ist es das Ziel der Scammer, an Ihre finanziellen Daten wie Ihren Bankkontozugang, Kreditkartendaten usw. zu gelangen, um so an Ihr Gelder zu kommen.

Häufig werden Sie dabei vom betrügerischen Akteur unter Vorspiegelung falscher Tatsachen kontaktiert, zum Beispiel wird Ihnen erzählt, dass Ihr Konto gesperrt wurde und es nur gegen Fernzugriff wieder freigegeben werden kann. Ziel ist es dabei, Zugriff auf Ihren Laptop oder Ihren PC zu erhalten und so sensible Daten auszuspionieren. Bitte beachten Sie – ein seriöses Unternehmen wird niemals von Ihnen einen solchen Fernzugriff verlangen; gewähren Sie diesen wirklich nur, wenn Sie zu 100 % sicher sind, wer sich am anderen Ende der Leitung befindet!

Seien Sie auch vorsichtig, wenn Sie E-Mails mit Anhängen erhalten, die Sie nicht kennen. Oft sind das gefährliche Trojaner, die sich auf Ihrem System einnisten und entweder Daten übermitteln oder das System lahmlegen, bis Sie gegen Bezahlung einer gewissen Summe in Kryptowährungen den Forderungen der Urheber nachkommen. Achten Sie daher immer auf einen entsprechenden Firewall- und Virenschutz.

Unregulierte Broker

Sehr viele seriöse Trading-Roboter bzw. deren Anbieter arbeiten mit Brokern zusammen, die eine Lizenz aufweisen und reguliert sind. Ein solcher legitimer Broker würde höchstwahrscheinlich nicht zulassen, seinen Namen und guten Ruf aufs Spiel zu setzen, indem er mit einer Scam-Trading-Plattform zusammenarbeitet. Zu groß wäre ein solcher Imageschaden, der auch die Existenz des Brokers selber gefährden könnte.

Aus diesem Grund nutzen betrügerische Trading-Bots meist unregulierte Broker, von denen noch nie jemand etwas gehört hat. In einem solchen Fall könnten die Ergebnisse mit dem Bot bei den eigenen Interbanken-Spreads gut sein, aber wenn Sie ein Konto bei diesen Brokern eröffnen, werden Ihre Spreads und Provisionen größer sein und damit einen Großteil des Gewinns auffressen.

Fragen Sie daher immer nach, welche Lizenz der Broker hat, und überprüfen Sie die entsprechende Lizenznummer direkt bei der Regulierungsbehörde.

Fazit

Trading-Roboter gibt es inzwischen wie Sand am Meer da draußen. Es stimmt zwar, dass diese Bots enorm intelligent sind und die Märkte sorgfältiger überwachen können als das menschliche Auge, aber ihre Technologie schließt Verluste oder Fehler nicht aus.

Darüber hinaus gibt es leider auch einige schwarze Schafe, die nichts Gutes im Schilde führen und im schlimmsten Fall zu einer betrügerischen Trading-Roboter-Erfahrung führen.

Wir haben Ihnen einige wichtige Aspekte aufgezeigt, auf die Sie achten sollten, bevor Sie sich für einen Trading-Roboter entscheiden. Anhand dieser Merkmale sollten Sie in der Lage sein, eine eigenständige Beurteilung vorzunehmen, ob es sich bei einem Trading-Bot um Betrug handelt oder nicht.

Da vor allem Einsteiger immer wieder auf solche Scammer hereinfallen, ist unser Tipp, dass Sie sich am Anfang Ihrer Tradingreise umfassend informieren und alles lernen, was für nachhaltigen Erfolg im Trading notwendig ist. Ein seriöser Trading-Bot wird Ihnen nicht nur den Bot bzw. eine Plattform selbst zur Verfügung stellen, sondern auch umfassende Schulungsmaterialien, mit deren Hilfe Sie sich tiefgreifendes Wissen über die Märkte und Ihre bevorzugten Vermögenswerte aneignen können. Auf diese Weise sind Sie betrügerischen Anbietern gegenüber immer einen Schritt voraus und können vermeiden, über den Tisch gezogen zu werden!